4. Teil der Reise durch Kirgistan

Zwei Pannen an einem Tag

Zwei Pannen an einem Tag

Heute hatten wir zwei Pannen, eine kleinere zuerst und eine halbe Stunde nach der Reparatur eine große. Doch der Reihe nach:

Beim Zurücksetzen nach einer kleinen Pause bin ich unter dem Wagenboden mit einem Stein kolidiert, der den Auspuff nach vorne geschoben und somit krumm gebogen hat. Das haben wir provisorisch mit Draht repariert und sind so bis zum nächsten Schrauber gefahren. Der hat alles in allem eine Dreiviertelstunde gebastelt und mit einer Kette, einer Stange, dem Lehrling und viel Geduld die Sache wieder buchstäblich gerade gebogen. Und das alles bei 42 Grad Mittagshitze. Und jetzt kommt der Klopper: Der wollte partout kein Geld dafür! 😮 Das ist Usbekistan. Ich habe ihm dann wenigstens unsere Flasche azerbaidjanischen Sekt und ein wenig Spielzeug für seine drei Kinder aufnötigen können. Danach hatten wir dann unseren ersten echten Breakdown, mit Panne liegen geblieben. Ein Krach, lautes Scheppern und schnell stehen geblieben. Erster Gedanke: Auspuff doch runtergefallen, aber das wars nicht. Innerhalb von wenigen Minuten hat jemand zum Abschleppen angehalten. Der hat uns ganze 40 km abgeschleppt nach Kokand. Es hat fürchterlich gescheppert, obwohl der mit seinem SIL-Lkw nur vorsichtige 18 km gefahren ist, aber was sollten wir machen, das war mitten in der Pampa.
In der Werkstatt war schnell klar: Vorne an der Kardanwelle das Getriebeflanschlager kaputt. Die haben das ratz fatz ausgebaut, in Deutschland würden die vermutlich gleich die ganze Kardanwelle austauschen. Es gab dann ein langes Hin und Her mit Übersetzungsproblemen, einen lustigen Screenshot könnt Ihr sehen. Jemand warnte uns davor, dass der Abschlepper unverschämt viel Geld haben wollte. Mag ja sein, aber die 20 Euro, die der wollte für seine 3 Stunden Zeitaufwand habe ich ihm gerne gegeben, in Deutschland wäre ich nicht mit dem zehnfachen hingekommen.
Morgen früh fährt einer von der Werkstatt mit dem Taxi ins 280 km entfernte Taschkent, um ein neues Lager zu besorgen. Für die Taxifahrt und das Ersatzteil wollten sie 35 Euro Vorschuss, die ich ebenfalls gerne gleich gezahlt habe.
Nebenbei haben andere dort eine Blattfeder hergestellt, das zeigen die letzten drei Fotos. Erst geschmiedet dann geflext. Da der zweite Griff an der alten Flex fehlte, hat er sie halt am Schutzblech gepackt.
Fazit: Ein Grenzübergang, 2 Pannen, 300 km gefahren und trotzdem guter Laune. 😎

Bilder vom Tag der Pannen


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